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„Bei Diabetes haben Sie Vieles selbst in der Hand“

27.03.2019

Am vergangenen Samstag fand im Alten Stadttheater Eichstätt das 30. Gesundheitsgespräch der Kliniken im Naturpark Altmühltal statt. Auf dem Programm stand die Volkskrankheit Diabetes. Vor rund 65 Teilnehmern zeigten die Referenten, wie ein Leben mit der Krankheit heute zu meistern ist.

Zunächst zeigte Dr. Florian Lacher als erster Redner, wie Betroffenen eine Diabeteserkrankung überhaupt auffallen kann. Vor allem bei häufigem Harndrang, Durst, Kraftlosigkeit und schlechter Wundheilung, so der Chefarzt an der Klinik Eichstätt, müsse man hellhörig werden. Je früher die Krankheit bekannt werde, umso besser sei es, sagte Dr. Lacher. Denn unbehandelt zeitigt Diabetes Schäden an Augen, Nieren, Herz, Gefäßen und Nerven. Durch Therapie könne man diese Folgeerkrankungen verzögern. Die Therapie, auch das machte er klar, besteht neben Medikamenten zu einem großen Teil aus gesunder Ernährung und Bewegung. Damit hat der Patient großen Einfluss auf den Verlauf.

Leben mit Typ 2-Diabetes

Karin Schwän und Kristin Lober zeigten danach, was eine Diagnose von Typ2-Diabetes heute für Betroffene bedeutet. Bei der Ernährung, so Karin Schwän, Diätassistentin der Klinik Kösching, sei lang schon keine strikte Diät mehr notwendig. Stattdessen komme es darauf an, Kohlenhydrate und Fett zu reduzieren und die richtigen Kohlenhydrate zu konsumieren. Langkettige Zucker wie in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sollten bevorzugt werden, weil sie den Zuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Karin Schwän stellte außerdem die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vor, die eine bunte ausgewogene Ernährung, wenig Fleisch, viel Gemüse und gute Fette aus Oliven und Nüssen empfiehlt.

Kristin Lober, Diabetesassistentin der Klinik Kösching, stellte die Bewegung als wichtige Säule der Therapie in den Mittelpunkt. Ziel sei, die Bewegung zu erhöhen. Dabei solle Bewegung in den Alltag integriert werden. „Steigen Sie Treppen statt Aufzug zu fahren. Oder gehen Sie zu Fuß einkaufen“, sagt Lober. „Alltagsbewegung lässt sich leichter etablieren, als eine Sportart zu beginnen, und bringt auch einiges.“

Christina Wagenhuber, Diabetesberaterin der Klinik Kösching, stellte dann den Schwangerschaftsdiabetes dar. Alle Schwangeren werden wegen steigender Betroffenenzahlen inzwischen standardmäßig darauf getestet. Wird ein Gestationsdiabetes entdeckt, lernt die Schwangere durch Ernährung und Bewegung den erhöhten Blutzucker zu kontrollieren. Die Einnahme von Medikamenten ist in der Schwangerschaft nicht möglich. „Es ist wichtig, dass der Zucker gut eingestellt wird“, sagte Wagenhuber. „Denn ansonsten drohen ernsthafte Folgen für Mutter und Kind.“

Diabetes und Herz

Dass Diabetes Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt, zeigte Prof. Helmut Kücherer. Der Chefarzt der Kardiologie in den Kliniken im Naturpark Altmühltal legte den Diabetikern unter den Teilnehmern ans Herz, ihren Blutdruck und ihre Blutfette zu kennen. Denn zusammen steigern Diabetes, Bluthochdruck und Cholesterin das Risiko auf eine Koronare Herzerkrankung immens.  Gerade bei Diabetikern empfahl Prof. Kücherer zudem regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen. „Diabetiker empfinden aufgrund von Nervenschädigungen oft selbst starke Brustschmerzen, die Warnzeichen für einen Infarkt, nicht."