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Kliniken als lokale Traumazentren bestätigt

12.11.2018

Die Kliniken Eichstätt und Kösching sind als zertifizierte lokale Traumazentren besonders für die Versorgung von Schwerverletzten qualifiziert. Die Zertifizierung wurde vor kurzem durch einen externen Fachexperten überprüft und den Kliniken eine hervorragende Organisation und eine sehr hohe Behandlungsqualität bestätigt.

Traumapatienten sind typischerweise Patienten, die aus großer Höhe gestürzt sind oder die einen Autounfall hatten. „Bei dieser Art von Unfällen entstehen oft komplexe Beinverletzungen, Wirbelkörperfrakturen, Schädel-Hirn-Traumata oder innere Blutungen“, sagt Dr. Martin Pesch, Notarzt der Klinik Eichstätt und als Anästhesist mit im Traumateam. In dieser Weise Schwerstverletzte haben oft ein hohes Risiko, gar nicht zu überleben oder bleibende Schäden davon zu tragen.

Daher gibt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie spezielle Versorgungsrichtlinien vor. Zum Standard gehört als wichtigstes ausführendes Organ ein Traumateam aus Ärzten und Pflegekräften. Wird ein Traumapatient in der Klinik angemeldet, wird dieses Team alarmiert und im Schockraum zusammengeholt. Wenn der Patient vom Notarzt gebracht wird, erwartet ihn bereits die ganze Mannschaft im Schockraum. Chirurgen, Anästhesisten, Pflegekräfte aus OP, Notaufnahme und Anästhesie stehen bereit. Ultraschallgerät und Narkosegerät sind bereits hochgefahren. Mitarbeiter aus Labor und Röntgen stehen bereit, um die Diagnostik beginnen zu können.

Das Schockraumteam kämpft in dieser Phase vor allen Dingen darum, den Patienten zu stabilisieren. Die Schwere der Verletzung, die Ursachen beispielsweise für Kreislauf- und Atemproblemen müssen gefunden und schnellstmöglich behandelt werden. Ziel ist, den Zustand des Patienten soweit zu konsolidieren, dass weitere Diagnostik und Behandlung vorgenommen werden können. Das Traumateam arbeitet dazu Hand in Hand. Alle Mitglieder bringen ihre Expertise ein. Der Traumaleader kommuniziert jeweils, welche Behandlung aufgrund welcher Ursache durchgeführt wird. 

Die Traumateams der Kliniken Eichstätt und Kösching konnten zeigen, dass es diese Abläufe beherrscht und alle wichtigen Standards integriert werden. Die externen Auditoren bestätigten deshalb die Zertifizierung ganz ohne Verbesserungshinweise.

Übung im Traumateam

Am 10. und 11. November unterzogen sich die Schockraumteams dann gleich noch einem Training. Einen Tag lang wurde an beiden Kliniken der ACLS-Standard, Advanced Cardiac Life Support, geprobt. In sechs Übungsdurchgängen trainierten externe Coaches mit den Klinikteams das Standardvorgehen für verschiedene Notfälle. Dabei lag das Augenmerk auch darauf, welche Kommunikation nötig ist, wenn so viele Teammitglieder in einer Notfallsituation gemeinsam zusammenarbeiten.

Prof. Gregor Voggenreiter, als Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie Leiter des Traumazentrums, und Dr. Martin Pesch, Chefarzt der Anästhesie, waren mit dem Training sehr zufrieden. „Gerade im Notfall muss alles schnell und gut laufen“, sagt Dr. Pesch. „Damit das Team seine Stärke ausspielen kann, muss es aufeinander eingespielt sein. Dabei unterstützen uns diese Simulationstrainings.“