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Herzschwäche im Mittelpunkt

21.11.2017

Herzerkrankungen sind Todesursache Nummer 1 in Deutschland und der westlichen Welt. Daher stand auch heuer beim Gesundheitsgespräch im Herbst wieder ein Herzproblem im Mittelpunkt: die Herzschwäche. Fast 120 Menschen informierten sich darüber bei der Veranstaltung im Alten Stadttheater.

120 Besucher ließen sich im Gesundheitsgespräch von Taiji begeistern.

Nicht nur das Rauchen ist ein Risikofaktor für eine Herzerkrankung. Das war schon bei der Begrüßung durch Landrat Anton Knapp eine wichtige Botschaft des Gesundheitsgesprächs. Viel mehr Erkrankungen haben schädigenden Einfluss auf das Herz und seine Gefäße. Und gerade die unscheinbaren entfalten die größte Wirkung: Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin. Nicht richtig behandelt führen diese drei zu einer Koronaren Herzerkrankung oder zum Infarkt und dann oft zur Herzschwäche.

Gegen die Herzschwäche vorgehen

Die Symptome der Herzschwäche stellte im ersten Vortrag Prof. Helmut Kücherer vor. Sie seien leicht zu übersehen, sagte der Chefarzt der Kardiologie an den Kliniken im Naturpark Altmühltal. Denn sie beginnen leise. Mit Luftnot oder einem Leistungsknick. Träten größere Symptome wie Ödeme und Gewichtszunahme auf, sei bereits Gefahr im Verzug. „Dann ist es höchste Zeit, in die Klinik zu gehen“, machte Chefarzt Prof. Kücherer deutlich. Welche Möglichkeiten die Klinik dann zur Behandlung der Herzschwäche habe, stellte er im folgenden vor. Die 3D-Echokardiografie etwa gebe präzise Aufschluss über die Pumpleistung des Herzens. Hier könne man auch sehen, ob anatomische Defekte vorlägen, die zur Herzschwäche geführt haben. Diesen könne man mit Mitralclip, neuen Herzklappen oder Herzchirurgie inzwischen beikommen.

Was Haus- und Facharzt bei Herzproblemen tun können

Dr. Bernhard Mödl vom Internistischen Zentrum in Eichstätt zeigte im Anschluss, was Fach- und Hausarzt für Herzpatienten tun können. Er erläuterte, welche Möglichkeiten der Diagnostik in Praxen zur Verfügung stehen, um Herzprobleme zu ermitteln. Als Beispiele nannte er die körperliche Untersuchung, die Ermittlung wichtiger Laborwerte sowie der EKG und Ultraschall. Er zeigte außerdem, dass sich auch die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten in den letzten 30 Jahren fulminant weiterentwickelt haben. „Heute stehen uns Medikamente gegen Herzschwäche zur Verfügung, die die Lebensqualität und das Überleben deutlich verbessern“, erklärte Dr. Mödl.

Die Herzschwäche positiv beeinflussen

Wie sich eine Herzschwäche positiv beeinflussen lässt – dieser Frage ging Prof. Alexander Hansen nach. Der Chefarzt der Angiologie an den Kliniken im Naturpark Altmühltal zeigte hier erstaunliche Befunde. Während homöopathische Medikamente wie Weißdorn keinen Effekt haben, könne allein tägliche Bewegung die Sterblichkeit um 30 Prozent reduzieren. Ein gesunder Lebensstil, so Hansen, könne damit Ähnliches bewirken wie Tabletten. Wer allerdings schon Tabletten nimmt, der müsse sie regelmäßig und hochdosiert einnehmen. „Nur in hohen Dosen bringen die Medikamente den gewünschten Effekt“, so Prof. Hansen. Mit dem Defibrillator und tragbaren Geräten nannte Prof. Hansen auch Möglichkeiten, die die Herztätigkeit übernehmen können, wenn Medikamente nicht mehr helfen.

Mit Entspannung das Herz entlasten

Den Endpunkt des Gesundheitsgesprächs setzte Richard Nikol. Der Leiter des Klinischen Sozialdienstes in der Klinik Eichstätt ließ im Saal Klopfer und Fächer verteilen und übte Taiji mit den Anwesenden. Die chinesische Bewegungskunst wirkt entspannend und revitalisierend. Die Übungen wirken daher auch positiv bei Herzerkrankungen. Nikol zeigte zunächst, wie man mit dem Klopfer den gesamten Körper anregt. Danach führte Nikol mit den Anwesenden eine Fächer-Sequenz durch. Am Ende lud er alle ein, Taiji regelmäßig zu praktizieren und sich dem Taiji-Unterricht mittwochs um 6:15 Uhr im Hofgarten anzuschließen.