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Auf das Herz hören

30.01.2019

Akute Brustschmerzen mit und ohne Luftnot stellen einen Notfall dar, der zeitnah eine Vorstellung in der Klinik verlangt. Mit einer Brustschmerzambulanz und zwei Herzkatheterlaboren sind die Kliniken im Naturpark Altmühltal auf solche Notfälle sehr gut vorbereitet.

Herbert F.* hat eine seltsame Luftnot. Immer öfter bleibt ihm auch auf kurzen Gehstrecken die Luft weg. Er hat dann das Gefühl, es nicht mehr bis zu seinem Ziel zu schaffen. Der Hausarzt überweist ihn zur Abklärung zum Kardiologen. Dort bricht er beim Belastungstest fast zusammen und kommt daraufhin in die Klinik. Hier wird eine Hauptstammstenose festgestellt. Der Patient braucht eine sofortige Bypass-Operation, für die er unverzüglich in eine Herzchirurgie verlegt wird. 

Jede Minute zählt bei Herzinfarkt

„Verläufe wie diese sehen wir relativ häufig in unseren Kliniken in Eichstätt und Kösching“, sagt Prof. Dr. Helmut Kücherer. „Die Patienten wissen nicht, dass sie die Symptome eines (angehenden) Herzinfarktes haben. Sie vereinbaren bei Brustschmerzen erst noch einen Termin beim Hausarzt oder warten auf eine Vorstellung beim Facharzt. So geht wertvolle Zeit verloren.“

Prof. Kücherer klärt deshalb in seinen Gesundheitsgesprächen jedes Jahr wieder über Herzerkrankungen auf. „Nur wenn die Menschen verstehen, wie sich eine Herzerkrankung zeigt, können sie die richtigen Schritte einleiten“, sagt er. Und die richtigen Schritte einleiten heißt vor allem: im Ernstfall sofort handeln.

Anzeichen eines Herzinfarkts erkennen

Gerade Risikopatienten, die bereits an Diabetes und Bluthochdruck leiden, sollten dringend die Klinik aufsuchen, wenn sie starke Brustschmerzen bekommen. Vor allem wenn diese mit Übelkeit, kaltem Schweiß oder Angstgefühlen verbunden sind. Bedenklich ist auch, wenn Beschwerden wie Brustschmerzen erst vor kurzem neu aufgetreten sind oder sich verschlimmert haben. Dies bedarf einer dringenden Vorstellung in einer Kardiologie.

In der Klinik Eichstätt steht für diesen Fall extra eine Brustschmerzambulanz zur Verfügung. Patienten mit Herzinfarkt-Symptomen werden dort zur Überwachung an Monitore angeschlossen und erhalten ein EKG. Zeitgleich wird ihr Blut untersucht, um herauszufinden, ob ein Herzinfarkt vorliegt.

In die Brustschmerzambulanz (CPU) kann sich jeder selbst aufnehmen lassen, der akute Schmerzen hat. Sehr häufig kommen Patienten mit diesen Symptomen mit dem Rettungsdienst. Dann werden sie entsprechend einer genau geregelten Prozesskette sofort als Herznotfall in die CPU gebracht.

In die Gefäße hineinschauen im Herzkatheterlabor

Ergeben sich in der Diagnostik Anzeichen auf ein Herzproblem, wird bei einem Herzkatheter in die Gefäße hineingeschaut. Dabei wird ein dünner Plastikschlauch innerhalb eines Blutgefäßes zum Herzen und seinen Koronargefäßen vorgeschoben. Durch ihn wird Kontrastmittel eingespritzt, so dass die Koronargefäße auf dem Röntgenschirm sichtbar werden. „Zeigen sich Engstellen oder Verschlüsse, werden diese aufgedehnt und durch die Implantation eines Stents offen gehalten“, sagt Prof. Kücherer. „Ist der Befund zu ausgeprägt, leiten wir eine rasche Verlegung in eine Herzchirurgie ein.“

Die Katheteruntersuchung ist inzwischen an beiden Kliniken, in Eichstätt und Kösching, möglich. Denn auch die Klinik Kösching hat im Herbst 2016 ein Herzkatheterlabor bekommen. Betreut werden beide Labore vom kardiologischen Team unter der Leitung von Prof. Kücherer. „Wir behandeln an beiden Standorten nach den Europäischen Leitlinien, die die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie vorgibt“, sagt Prof. Kücherer. Auch sonst läuft an beiden Standorten alles gleich. Es werden die gleichen Materialien eingesetzt und die gleichen Daten erfasst, die Mitarbeiter werden gleich ausgebildet und geschult.

Nachsorge ist wichtig

„Wurde im Herzkatheterlabor ein Durchblutungsproblem durch Aufdehnen und Stents beseitigt, müssen in der Folge Diabetes, Bluthochdruck und das „böse“ LdL-Cholesterin streng eingestellt werden“, so Prof. Kücherer. Das bedeutet, dass spätestens ab dann meist Tabletten eingenommen werden müssen. Auch sollte das Gewicht reduzieren und sich regelmäßig bewegen, wer das Risiko klein halten möchte, dass die Erkrankung fortschreitet oder wieder auftaucht.

„Die medikamentöse Einstellung der Patienten ist ein wichtiges unmittelbares Behandlungsprinzip in der Klinik“, erklärt Prof. Kücherer. Dann werden die Patienten oft zunächst in eine Reha und im Anschluss zur  Nachsorge den Haus- und Fachärzten übergeben.

*Name geändert